Proxmox VM erstellen – Schritt für Schritt
Proxmoxguide

Proxmox VM erstellen – Schritt für Schritt

Windows und Linux virtuelle Maschinen in Proxmox VE anlegen und optimieren

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RamzX
22. März 20255 Min. Lesezeit

Virtuelle Maschinen in Proxmox VE

Proxmox VE nutzt KVM (Kernel-based Virtual Machine) für vollständige Hardware-Virtualisierung. Eine VM verhält sich wie ein echter physischer Server – mit eigenem BIOS, eigener Festplatte und eigenem Netzwerkadapter.

Dieser Guide zeigt alle wichtigen Einstellungen beim Erstellen einer neuen VM, erklärt die Unterschiede zwischen Windows- und Linux-VMs und zeigt Optimierungen für beste Performance.

ISO-Image hochladen

Bevor Sie eine VM erstellen, laden Sie das Betriebssystem-ISO hoch:

  1. Proxmox-Weboberfläche → Node → local → ISO Images
  2. Klicken Sie Upload → ISO-Datei von Ihrem PC hochladen
  3. Oder: Download from URL für direkte Downloads von Hersteller-URLs (z. B. Ubuntu Server ISO)

Für Windows: Windows Server oder Windows 10/11 ISO von Microsoft
Für Linux: Ubuntu Server, Debian, Rocky Linux etc.

VirtIO-Treiber-ISO für Windows: Laden Sie zusätzlich virtio-win.iso von fedorapeople.org herunter. Windows kennt VirtIO-Treiber nicht von Haus aus.

VM erstellen – Wizard

Klicken Sie in der Proxmox-Weboberfläche auf Create VM (oben rechts).

Schritt 1: General

  • Node: Wählen Sie Ihren Proxmox-Host
  • VM ID: Automatisch vergeben (z. B. 100) – änderbar
  • Name: Beschreibender Name (z. B. win2022-dc01 oder ubuntu-web01)

Verwenden Sie eindeutige, beschreibende Namen: Betriebssystem + Funktion + Nummer.

Schritt 2: OS (Betriebssystem)

  • ISO Image: Zuvor hochgeladenes ISO auswählen (local → ISO Images)
  • Guest OS Type:
    • Microsoft Windows für Windows (wichtig für optimale Defaults!)
    • Linux mit Kernel-Version für Linux
    • Other für BSDs oder exotische OS

Schritt 3: System (wichtig!)

BIOS:

  • SeaBIOS: Standard, kompatibel mit allem – für ältere OS
  • OVMF (UEFI): Empfohlen für Windows 11, Windows Server 2022 und moderne Linux

Machine:

  • i440fx: Klassisch, sehr kompatibel
  • q35: Modernere Chipsatz-Emulation – empfohlen für PCIe-Passthrough und UEFI

SCSI Controller:

  • VirtIO SCSI Single: Empfohlen für maximale Performance (Linux)
  • VirtIO SCSI: Empfohlen für mehrere Festplatten (Linux)
  • LSI 53C895A: Für Windows ohne VirtIO-Treiber (langsamer)

Windows-Tipp: Wenn Sie Windows mit VirtIO-Treibern installieren wollen: wählen Sie VirtIO SCSI und laden Sie später den Treiber aus der virtio-win.iso.

Qemu Agent: Aktivieren Sie QEMU Guest Agent – ermöglicht Proxmox, IP-Adressen, Betriebsstatus und sauberes Shutdown zu erkennen. Treiber muss im Gastbetriebssystem installiert werden.

Schritt 4: Disks (Festplatten)

  • Bus/Device:
    • VirtIO Block: Beste Performance für Linux
    • SCSI (VirtIO SCSI): Empfohlen für Windows mit VirtIO-Treibern
    • SATA: Fallback wenn keine VirtIO-Treiber vorhanden (Windows)
  • Storage: Wählen Sie Ihren Storage-Pool (z. B. local-lvm)
  • Disk Size: Größe in GiB (Windows Server: min. 60 GB, Ubuntu: min. 20 GB)
  • Cache:
    • Write back: Beste Performance, minimales Datenverlustrisiko bei Stromausfall
    • Write through: Sicherer, etwas langsamer
    • None: Standard
  • Discard: Aktivieren für SSDs (ermöglicht TRIM-Befehle aus der VM)
  • SSD Emulation: Aktivieren wenn der physische Storage ein SSD ist

Schritt 5: CPU

  • Sockets: Anzahl CPU-Sockel (fast immer 1)
  • Cores: Anzahl CPU-Kerne pro Socket
  • Type:
    • host: VM nutzt exakt die CPU-Features des Hosts – beste Performance, keine Live-Migration zwischen unterschiedlichen CPU-Generationen
    • kvm64: Generische x86-64, maximale Kompatibilität und Migrierbarkeit
    • max: Alle verfügbaren CPU-Features aktivieren

Faustregeln für Core-Zuweisung:

  • Webserver: 2 Cores
  • Datenbankserver: 4 Cores
  • Domain Controller: 2 Cores
  • Windows Server allgemein: 2-4 Cores

Schritt 6: Memory (RAM)

  • Memory: RAM in MiB (2048 = 2 GB, 4096 = 4 GB, 8192 = 8 GB)
  • Ballooning Device: Aktivieren für dynamische RAM-Zuweisung (Proxmox kann RAM bei Bedarf umverteilen)

Faustregel:

  • Ubuntu Server: 1024–2048 MiB
  • Windows Server: 4096–8192 MiB
  • Datenbankserver: 8192–16384 MiB

Schritt 7: Network

  • Bridge: vmbr0 (Standard-Bridge mit Internetzugang)
  • Model:
    • VirtIO (paravirtualized): Beste Performance für Linux und Windows mit VirtIO-Treibern
    • Intel E1000: Kompatibel, kein Treiber nötig (Windows), langsamer
  • VLAN Tag: Optional – VM ins entsprechende VLAN einbinden

Schritt 8: Confirm

Übersicht aller Einstellungen. Aktivieren Sie Start after created wenn Sie sofort mit der Installation beginnen möchten.

VM starten und Betriebssystem installieren

  1. VM in der Seitenleiste auswählen → Start
  2. Console öffnen (noVNC oder SPICE)
  3. Das Betriebssystem startet vom ISO

Windows VM: VirtIO-Treiber installieren

Bei Windows erscheint oft "Kein Laufwerk gefunden" wenn VirtIO SCSI verwendet wird:

  1. Fügen Sie die virtio-win.iso als zweites CD-ROM-Laufwerk hinzu (Hardware → Add → CD/DVD Drive)
  2. Im Windows-Setup: Treiber laden → virtio-win.iso → vioscsi\2k22\amd64 (oder passende Version)
  3. VirtIO-SCSI-Treiber erscheint → auswählen → Weiter

Nach Windows-Installation: Führen Sie den VirtIO-Installer von der ISO aus um alle Treiber zu installieren (Netzwerk, Grafik, Balloon, QXL).

QEMU Guest Agent installieren

Linux:
apt install -y qemu-guest-agent && systemctl enable --now qemu-guest-agent

Windows:
Aus der virtio-win.iso: guest-agent\qemu-ga-x86_64.msi installieren.

Danach in Proxmox: VM → Options → QEMU Guest Agent → Enabled setzen und VM neu starten.

VM nach der Installation optimieren

Snapshot erstellen

Erstellen Sie direkt nach der Betriebssystem-Installation einen Snapshot:
VM → Snapshots → Take Snapshot → Name: "Fresh Install"

Damit können Sie jederzeit auf den sauberen Ausgangszustand zurückspringen.

Backup konfigurieren

Datacenter → Backup → Add: Tägliches Backup um 02:00 Uhr einrichten.

Hardware-Einstellungen optimieren

Für Linux-VMs mit guter Performance:

  • CPU-Type: host
  • Disk-Cache: write-back mit aktiviertem Discard
  • Netzwerk: VirtIO
  • QEMU Guest Agent: aktiviert

FAQ

Wie viele VMs kann ich auf einem Proxmox-Host betreiben?
Abhängig von RAM und CPU. Ein Server mit 64 GB RAM und 16 Cores kann problemlos 10-20 Standard-VMs betreiben.

Kann ich eine laufende VM klonen?
Ja: VM → Clone → Wählen Sie "Full Clone" (unabhängige Kopie) oder "Linked Clone" (teilt Festplatten-Basis, spart Speicher).

Was ist der Unterschied zwischen VM und LXC-Container in Proxmox?
VMs emulieren vollständige Hardware (eigener Kernel, BIOS). LXC-Container teilen den Host-Kernel – leichter und schneller, aber nur für Linux-Workloads geeignet.

Fazit

Mit dem Proxmox VM-Wizard erstellen Sie in wenigen Minuten professionelle virtuelle Maschinen. Die Wahl der richtigen Einstellungen (VirtIO, UEFI, Guest Agent) macht den Unterschied zwischen einer trägen und einer hochperformanten VM.

Als Fachinformatiker aus Heidelberg übernehme ich Proxmox-Virtualisierung für Unternehmen in der Metropolregion Rhein-Neckar. Kontakt aufnehmen.

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